„Hacky“ will nicht nach Plauen

Die Wogen der Entrüstung schlagen in den letzten Tagen hoch. Der Kölner Gastronom „Hacky“ Andreas Hagemeyer der offenbar bisher mit seinem umgebauten altersschwachen Feuerwehrauto Köln und das nahe Umland mit Bratwurst und Pommes versorgte schlug die Einladung einer Agentur zur Teilnahme an einem in Plauen geplanten Street Food Festival aus. Nicht aus dem naheliegenden Grund, das es nicht lohnt mit einem Oldtimer über 1000 Kilometer  für ein paar Stunden Street Food Festival in Plauen zu klappern, sondern aufsehenerregend mit der Begründung, dass sein ausländisches Personal im „rechten“ Sachsen stark gefährdet sei.

Vermutlich sagte er sich „wenn dir das Leben eine Zitrone gibt, mach Limonade daraus“. Oder mach aus einer Absage weil sich ein Einsatz nicht lohnt, feinste Propaganda und Publicity. Das funktioniert im Zusammenspiel mit der Zwickauer Agentur Polar1 welche nach Andreas Hagemeyers Aussage bei Facebook seine Mail an die Freie Presse weiter leitete bestens.

Da sich Sachsen spätestens seit der Bundestagswahl 2017 für hochmoralische weltoffene Menschen als finsterer Hort etabliert hat, werden diese hochmoralischen weltoffenen Menschen werden nicht müde darauf hinzuweisen das nicht die konfuse Politik von CDU, SPD, Grünen und Linken der letzten Jahre Schuld am guten abschneiden der AFD und schlechten der anderen ist, sondern die finstere Seele das ungezogenen dunkeldeutschen Sachsenvolkes, welches in düsteren Erzgebrigswäldern traumatisierten Flüchtlingen nach dem Leben trachtet.

Während sich die üblichen Verdächtigen, Salonkommunist Jakob Augstein, Fäkalkomödiant Böhmernann und die über den Dingen schwebenden Jutta Dithfurt am Thema abarbeiten, haut  Ansgar Mayer, Direktor für Medien und Kommunikation beim Erzbistum Köln noch einen richtigen Kracher raus: „Tschechien, wie wär’s: Wir nehmen Euren Atommüll, Ihr nehmt Sachsen?“.

Dieser Beweis kirchlicher Nächstenliebe und Menschenfreundlichkeit ist schwer zu toppen. Deshalb muss der Kölner Gastronom Andreas Hagemeyer noch eine Schippe nachlegen, um sich Interesse und werbewirksame mediale Aufmerksamkeit zu sichern.

Hagemeyer der in Köln einen Catering Service mittels altem Feuerwehrbus und Campinghänger betreibt, wurde laut der Freien Presse von einer Zwickauer Agentur zu einem im Mai in Plauen geplanten Street Foot Markt eingeladen und sagte vermutlich aus ökonomischen Erwägungen ab. Ende der Geschichte?

Nein, jetzt wird sie zweitverwertet, um dem naziverseuchten Sachsenvolk noch richtig einen reinzuwürgen. Eine winwin Situation für alle. Die „Freie Presse“ berichtet vom wackeren Gastronomen, der aus Sorge um seine Mitarbeiter die Teilnahme am Street Food Markt im finsteren Sachsen absagt und vor lauter Empörung gleich zum Boykott aufruft, um die finsteren Sachsen zu disziplinieren und für das unerwünschte ausüben ihres Wahlrechts angemessen mit dem Entzug von Hagmeyers Essens zu bestrafen. Weitere Qualitätsmedien schreiben ab oder steigen mit eigenen Versionen in die Geschichte ein.

Hagemeyer hat seine Aufmerksamkeit, die Sachsen wurden als üble Nazischergen mit Erziehungsbedarf, Streetfood unwürdig entlarvt, die Qualitätsmedien haben ihre Schlagzeilen.

Mission completed

Interessant dürfte die Frage werden ob sich für die Zwickauer Agentur Polar1, welche die Mail Andreas Hagemeyers laut seiner Aussage bei Facebook an die Presse gegeben hat die Aktion auszahlt. Es wird sich zeigen, wie viele Sachsen voll Dankbarkeit über die Hasskampage ihr Street Food Festical im Mai 2018 in Plauen besuchen.

Außerdem zeigt ein kleiner Faktencheck, dass die publizierten Gründe des Kölner Gastronomen und Street Food Truckers scheinbar doch nicht ausschlaggebend für die Absage zum möglichen Plauener Street Food Festival waren.

Gab es in der Vergangenheit ausländerfeindliche Übergriffe an Street Food Festivals in Sachsen?

Google findet nichts dazu, obwohl Street Food Festivals auch in Sachsen boomen. Andere Street Food Trucker teilen offenbar die Vorurteile und Bedenken Hagemeyers nicht und kommen immer wieder gern nach Sachsen. Nach Dresden zum Beispiel im März, Juli und Oktober 2017. Und für 2018 sind ebenfalls bereits Events in Planung. Die aufsässigen Sachsen haben offenbar nicht nur Demokratiedefizite, sie weigern sich auch den Klischees von Hagemeyer und Co zu entsprechen. Sicher gibt es die eine oder andere Dumpfbacke, aber insgesamt dürfte der Aufenthalt ausländischer Food Trucker, besonders weiblicher nachts auf dem Plauener Marktplatz wesentlich ungefährlicher sein als an Silvester im bunten und weltoffenen Köln auf der Domplatte.

Die ökonomische Seite des abgesagten Hagemeyerschen Engagements in Plauen.

Auf der Seite Imbisskult.de  sind als guter Wert 500 Euro Tagesumsatz angegeben. Bei Ebay Kleinanzeigen ist das Angebot eines Andreas Hagemeyer zu finden welches für 100 Personen mit „leckerer Bratwurst, Currywurst und belgischen Pommes m. Spezialsaucen“ für 650€ innerhalb Kölns zu haben ist. Gönnen wir also dem Food Trucker etwas und gehen von einem Umsatz von 650 Euro aus. Da bleiben in Köln sicher einige Euro Gewinn über. In Plauen sieht die Sache anders aus. Hier kommen An- und Abfahrt, insgesamt ca. 1000 Kilometern im klapprigen Feuerwehroldtimer und Standgebühr zu den Kosten. Damit lohnt sich das Ganze bestenfalls sehr bedingt oder wird ein Verlustgeschäft, wenn es schlecht läuft. Ob er mit seinem eher gewöhnlichen Angebot gegenüber dem, was üblicherweise bei Street Food Festivals geboten wird gut abschneidet ist ungewiss. Belgische Pommes gibts in vielen Imbissbuden und Frühlingsrollen machen die gerade in Sachsen im Imbissgeschäft gut etablierten Asiaten ebenfalls an fast jeder Ecke,

Erfahrungen mit solchen Events sind bei „Hacky“ Hagemayer und Team offenbar ebenfalls nicht vorhanden. Auf der Website des Food Truckers  ist jedenfalls kein entsprechender „Einsatz“ zu finden.

Zitat: Bisherige Einsätze:

– Kölner Weihnachtsmarkt (Vollimbiss/Schwenkgrill)
– Kölner Karneval am Zugweg seit 2014, (Grill- und Getränke)

– Gamescom Köln 2016
– Frankreichfest, Düsseldorf seit 2013
– Rhein in Flammen, Koblenz
– Classic Days, Schloß Dyck
– Div. Lifestyle- und Antikmärkte, Köln
– Public viewing, Fußball-WM 2014, Düsseldorf

 

Aus ökonomischer und betriebswirtschaftlicher Sicht ist die Ablehnung verständlich. Mit einem Oldtimer und Personal über 1000 Kilometer für einen Einsatz mit ungewissen Umsätzen und der absehbaren Möglichkeit, das es ein völliger Flop wird, würden wahrscheinlich die wenigsten fahren.

Aber aus diesen Erwägungen eine medienwirksame Ablehnung zu konstruieren ist verlogen und hinterhältig und zeigt üble Charakterzüge der Beteiligten. Auch die ausrichtende Zwickauer Agentur schlägt in die Kerbe. Es wird abzuwarten sein, wie die Plauener  dieses „Marketing“ würdigen.

Nachtrag vom 21.10.2017. In der Freien Presse sah sich Jan Frommhold zum virtuellen Nachtreten genötigt. Wir wissen nicht, was Herr Frommhold beim schreiben konsumierte. Aber der Genuss von bewusst seinverändernden Substanzen vor der Lektüre ist für das bessere Verständnis ratsam.

2 Antworten auf „„Hacky“ will nicht nach Plauen“

  1. Im Grunde habt Ihr die Kausalitäten und das Mediengeschäft ja ganz gut verstanden. Nur: Warum ist Eure Rechtschreibung so mies? Das Niveau ist doch unter Hauptschule. Bitte, ich möchte das verstehen. Habt Ihr kein Rechtschreibprogramm? Oder Nazi-, äh sorry, Autokorrektur. Wendet Euch doch vielleicht mal an „Hooligans gegen Satzbau“.

    Ihr Nasen!

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